Hüllenloses shoppen

Seit ein paar Wochen versuche ich, meinen gelben Sack zu schrumpfen bzw. beim Einkaufen Plastik und andere Verpackungen so weit wie möglich zu vermeiden. Doch das ist gar nicht so einfach. Ob bei Gemüse, Pasta, Haferflocken, Käse, Kosmetik oder Waschmittel – beim Einkauf kommt man um Kunststoffverpackungen kaum herum.
Dass es auch ohne geht, beweisen die Unverpackt-Läden. Genau wie Wochenmärkte bieten sie ihre Waren offen oder zT. in wiederverwendbaren (Pfand-)behältern an. Dort können sich die Kunden die gerade benötigte Menge selbst abfüllen und auf diese Weise plastikfrei einkaufen. Deutschlandweit eröffnen immer mehr Unverpackt-Läden. Auch in Konstanz gibt es einen. Das kleine gemütliche Geschäft liegt im Stadtteil Paradies. Mit einer Freundin war ich dort heute ausgiebig shoppen.

Kaum betritt man den Laden, fühlt man sich in eine andere Zeit versetzt. An den Wänden hängen große lange Glasbehälter mit diversen Getreidekörnen und -flocken, Reis, Linsen und Bohnen. In den Holzregalen stehen größere und kleinere Schraubgläser mit diversen Nüssen, Trockenfrüchten, Müsli, Schoki und Gummibärchen, Kräutern und Gewürzen. Auf der linken Seite des Ladens gibt es eine Nudelbar. Dort kann man aus sieben Glaswannen Penne, Fusili und Rigatoni schaufeln.

Ich hab mich gut auf meinen Einkauf vorbereitet und neben Einkaufszettel auch diverse Vorratsgläser und Tupperdosen mitgebracht. Das Prinzip ist einfach: Jedes Gefäß wird vor dem Abfüllen gewogen und das Gewicht notiert. Das Eigengewicht der mitgebrachten Behälter wird dann beim Wiegen der Ware an der Kasse abgezogen. So bezahlt man wirklich nur das, was man mitnimmt.

Also los geht’s: Behälter unter die Glassäule, Hebel runterziehen und schon rieseln munter Haferflocken, Reis und Kichererbsen in meine Gefäße. Aus den Gläsern schaufel ich Knuspermüsli, Cashews, Mandeln, Kürbis- und Walnusskerne. Das Einkaufen ohne Verpackung funktioniert selbst mit Waschmittel und Flüssigseife aller Art. Im Regal hinter der Kasse liegen große Kanister bereit, aus denen ich mir Spüli und Toilettenreiniger abzapfe. Frischeprodukte wie Gemüse, Obst, Käse oder Fisch gibt es im Unverpackt-Laden in Konstanz nicht. Aber das bekomme ich ja problemlos auf dem Markt.

Wie viele der verpackungsfreien Läden bietet Geschäftssinhaberin Sladja Peerebooms fast ausschließlich Bio-Waren in ihrem Geschäft an. Das spiegelt sich auch im Preis nieder. Wer normalerweise im Discounter shoppt, wird die Produke im Unverpackt-Laden teuer finden. Mit Biosupermärkten können die Preise jedoch gut mithalten. Zudem legt Sladja besonderen Wert auf regionale Erzeugung. So kommt die Pasta aus einer Überlinger Nudelmanufaktur, die Linsen von der schwäbischen Alb und die Wasch- und Reinigungsmittel von der Firma Sonett aus Deggenhausen (nahe Friedrichshafen).

Fazit:

Einkaufen im Unverpackt-Laden
– spart Plastik (und somit Energie)
– ermöglicht mengengenaues Einkaufen (und hilft so, Lebensmittelverschwendung zu reduzieren)
– unterstützt den biologischen Landbau und die regionale Wirtschaft und
– macht Spaß!

About the author

Hi, ich bin Angie alias "die Klimapiratin". Mit 100 kleinen, einfachen Maßnahmen versuche ich meinen ökologischen Fußabdruck innerhalb eines Jahres zu schrumpfen. Gleichzeitig checke ich ab, was in meiner Heimatregion Konstanz im Bereich Nachhaltigkeit alles schon geht.

Begleitet mich dabei und lasst euch inspirieren!

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