Duschen mit Köpfchen

Wie viele Liter Wasser rauschen durch den Ausguss, wenn ich dusche? Das war eine der Fragen, die ich vor zwei Wochen bei meinem Energiecheck untersucht habe. Duschen ist nach dem Heizen der zweitgrößte Posten im Energiebedarf eines Haushaltes. Etwa 80 Prozent des gesamten Warmwasserverbrauchs gehen durchschnittlich beim Duschen drauf. Und je nachdem wie das Wasser erhitzt wird, verbrät das jede Menge Gas oder andere Energie. Das belastet nicht nur die Umwelt, auf Dauer wird das auch teuer.

Einfach testen

Bislang war mein Gewissen in dieser Hinsicht relativ ruhig. Ich bade selten und dusche zwar gerne, aber nicht exzessiv. Daher müsste mein Warmwasserverbrauch eigentlich moderat sein. Das sagte mir zumindest mein Bauchgefühl. Gemeinsam mit meiner Energieberaterin habe ich vor einer Woche untersucht, wie viel Wasser ich tatsächlich beim Duschen verbrauche. Hightech-Equipment ist für diesen wunderbaren einfachen Test nicht nötig. Ein 1-Liter-Messbecher, eine Stoppuhr und eine kleine Rechenformel reichen.
Und so geht’s:

  • Handbrause über den Becher halten und so weit wie beim Duschen gewohnt aufdrehen
  • mit der Stoppuhr die Sekunden messen, bis die 1 Liter-Marke erreicht ist (zeitlich etwas entspannter ist es, wenn das Gefäß ein wenig größer ist, z.B. ein 5 Liter-Eimer)
  •  Mit der folgenden Formel die Durchflussmenge errechnen: 60 (sec) x Gefäßinhalt (l) / gemessene Zeit (sec).

Bei mir hat es knapp 6 Sekunden gedauert, bis der Becher voll war. Das heißt: Ich verbrauche beim Duschen 10-11 Liter pro Minute. Doch wie viele Minuten dusche ich normalerweise? Schwierig zu sagen. Unter der Dusche kann ich schon mal schnell die Zeit vergessen. Ich schätze durchschnittlich fünf Minuten (manchmal vielleicht auch mehr). Das bedeutet, dass ich pro Dusche etwa 50-60 Liter Warmwasser verbrauche. Da ich fast jeden Tag dusche, summiert sich das im Jahr auf etwa 15.000 – 20.000 Liter Warmwasser. Keine Ahnung, ob ich damit im Durchschnitt oder darüber bzw darunter liege. Es hört sich auf jedem Fall nach zu viel an. Die Hälfte wäre gut. Ob ich das schaffe?

Kurz und mit Köpfchen

Die einfachste Einsparmaßnahme ist sicherlich, nur alle zwei Tage zu duschen und die Duschzeit zu verkürzen. Die Freude am Duschen will ich mir allerdings nicht nehmen, aber unter vier Minuten sollte drin sein. Dermatologen empfehlen sowieso, kurz und nicht zu heiß zu duschen. Wesentlich gesünder für die Haut!

Ab sofort begleitet mich mein Küchenwecker ins kühle Nass

Aber auch technisch lässt sich am Verbrauch schrauben. Inzwischen gibt es im Handel moderne Sparduschköpfe. Sie reduzieren den Wasserverbrauch auf bis zu sechs Liter pro Minute. Der Trick ist einfach: In den Wasserstrahl wird Luft gemischt. Obwohl faktisch weniger Wasser fließt, merkt man das gar nicht. Nach einem kleinen Ausflug zum Baumarkt bin auch ich seit gestern stolze Besitzerin eines Sparduschkopfes. Und jetzt ratet mal, wohin ich mich jetzt begebe….

About the author

Hi, ich bin Angie alias "die Klimapiratin". Mit 100 kleinen, einfachen Maßnahmen versuche ich meinen ökologischen Fußabdruck innerhalb eines Jahres zu schrumpfen. Gleichzeitig checke ich ab, was in meiner Heimatregion Konstanz im Bereich Nachhaltigkeit alles schon geht.

Begleitet mich dabei und lasst euch inspirieren!

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