Bislang bin ich immer ganz bequem davon ausgegangen, dass ich ziemlich umweltbewusst lebe. Vor kurzem habe ich im Rahmen eines Kurses einen Schnelltest des Umweltbundesamtes (UBA) zu meinem Energieverbrauch gemacht. Das Ergebnis hat mich dann doch leicht überrascht – leider negativ. Der Test bescheinigte mir zwar einen etwas geringeren CO2-Ausstoß als der deutsche Durchschnitt (der momentan bei rund 12 Tonnen pro Person und Jahr liegt). Aber ein bisschen besser ist noch lange nicht gut!
Nun wollte ich es aber noch etwas genauer wissen. Sechs oberflächliche Fragen können meinen Energieverbrauch ja nur ganz grob abbilden, beruhigte ich mich. Im Netz gibt es zahlreiche Online-Rechner, die mit mehr oder weniger ausführlichen Fragen wahlweise den persönlichen CO²-Ausstoß oder den ökologischen Fußabdruck berechnen. Letzterer bezeichnet die Fläche, die benötigt wird, um u.a. unsere Kleidung und Nahrung herzustellen sowie unsere Energie bereitzustellen.
Auf der Seite des WWF Schweiz habe ich einen Footprint-Rechner gefunden, der beides kombiniert, also den Fußabdruck mittels CO2 ermittelt. Das große Plus dieses Rechners: er ist genau genug, um dem komplexen Thema gerecht zu werden. Gleichzeitig aber auch nicht zu aufwendig. Mehr als fünf Minuten habe ich dafür sicherlich nicht gebraucht. Die Fragen behandeln die klassischen Bereiche wie Wohnen, Transport, Ernährung und Konsum.
Tja, und auch hier bekomme ich eine deutliche Klatsche. Für knapp zehn Tonnen CO2 bin ich laut Online-Rechner durch meine Art zu wohnen, zu konsumieren und zu reisen verantwortlich. Würde die gesamte Weltbevölkerung so leben wie ich, bräuchten wir 2 Planeten. Oder der eine geht kaputt.
Wenn wir die Erderwärmung auf ein verkraftbares Level eingrenzen wollen, dann darf jeder von uns nur noch 2,2 Tonnen Klimagase pro Jahr produzieren. Und nur wenn wir alle unseren Ressourcenverbrauch senken, haben auch künftige Generationen noch eine Chance einen lebenswerten Planeten vorzufinden.
Nur wie? Knapp acht Tonnen Co2 einzusparen, ist verdammt viel. Und meinen virtuellen Flächenverbrauch auf ein enkeltaugliches Maß zu schrumpfen, nicht weniger leicht.
Tja, was mache ich nun damit?
Ergebnis ignorieren, Kopf in den Sand stecken und mich beruhigen, dass schon alles nicht so schlimm werden wird? Da macht mein Kopf nicht mit.
In fatalistischen Weltuntergangsszenarien schwelgen und zynisch werden? Öhh, ach nee du, lass mal!
Herausforderung annehmen und schauen, was geht? Jaaaaaaaaaaaa!
Ok, also auf ans Werk!
