Ich gehöre zu den Menschen, die stundenlang in Kochbüchern schmökern, wie Brummhummeln Rezepte aus Zeitschriften und Foodblogs sammeln und sich selig lächelnd Tagträumen von dampfenden Leckereien hingeben. Kurz: Ich liebe Essen! Und dank gut bestückter Supermärkte finde ich dort jederzeit alles Kulinarische, was mein Herz bzw. mein Magen begehrt. Sehr bequem – aber auch gut?
Bei näherer Betrachtung bleibt ein fader Nachgeschmack. Denn wir zahlen einen verdammt hohen Preis für die Freiheit, alles jederzeit kaufen zu können. Für die zum Teil wahnwitzig langen Transportwege der Lebensmittel werden riesige Mengen an klimaschädlichen Treibhausgasen rausgeblasen und wir unterstützen – wie im Fall der Tomaten aus Spanien – einen hochintensiven Anbau von Gemüse und Obst in Regionen, die sowieso schon unter Wassermangel leiden. Und mal ganz ehrlich: das Zeug schmeckt nach nichts. Und wie viele Vitamine Gemüse und Obst noch haben, nachdem sie um die halbe Welt gereist sind, ist auch fraglich.
Höchste Zeit also, mich um meine Gesundheit (Vorsorge!) und die des Planeten (Intensivtherapie) zu kümmern. Die Behandlung ist einfach: ich versuche mich ab sofort auf saisonales Gemüse und Obst zu beschränken. Und damit meine ich natürlich Gemüse, das bei uns Saison hat und nicht irgendwo in Südeuropa oder noch weiter weg.
Essgenuss à la saison
Ich gebe zu, als ich diesen Entschluss vor ein paar Tagen gefasst habe, wurde mir erst einmal etwas flau im Magen. Noch zeigt sich die reiche Fülle des Herbstes. Aber wie sieht es im Januar und Februar aus? Fade Kohlgerichte und uninspiriertes Rübeneierlei tauchten vor meinem inneren Auge auf. Inzwischen bin ich einige Recherche-Schritte weiter und freu mich auf überbackenen Chicoree, gefüllte Wirsingröllchen und Kartoffel-Rosenkohl-Gratins.
Sich auf kulinarische Reise in die Saisonale Küche zu machen ist denkbar einfach. Im Internet findet ihr nicht nur unzählige Rezepte dazu, sondern auch Saisonkalender für Obst und Gemüse, die schön übersichtlich zeigen, was wann wächst (diese am besten an den Kühlschrank pinnen und sich für den nächsten Einkauf inspirieren lassen).
Und die saisonale Küche ist nicht nur einfach, sie hat auch jede Menge Vorteile:
- bringt Gemüse erntefrisch auf dem Tisch (und daher mit jeder Menge Vitaminen)
- keine langen Transportwege oder energieintensive Gewächshäuser (= besser fürs Klima).
- schont den Geldbeutel (aber sicher doch, saisonales Obst und Gemüse ist i.d.R. günstiger)
- stärkt die regionale Landwirtschaft und
- schenkt (Vor)Freude (weil sie uns den Tomaten-Mozzarella-Salat und die Erdbeeren im Sommer wieder mehr schätzen lässt)
Kurz gesagt: pures Glück auf unseren Tellern!
Hier könnt ihr euch Saisonkalender runterladen bzw bestellen:
https://www.regional-saisonal.de/saisonkalender
Utopia Saisonkalender im enorm webshop
und hier gibt’s leckere saisonale Rezepte:
