Kein Regenwald in Keks und Tank!

Vor kurzem ist ein Petitionsaufruf einer NGO an die EU in meine Mailbox geflattert, Palmöl aus unseren Autotanks zu verbannen. Seit Jahren ist die Palmöl-Problemetik in den Medien präsent und die verheerenden Folgen der Palmölproduktion allseits bekannt. Dennoch steigt der weltweite Verbrauch ständig an. Fast 8 Millionen Tonnen Palmöl importierten die EU-Länder laut der NGO „Rettet den Regenwald“ im Jahr 2017, davon Deutschland knapp zwei Million Tonnen. Palmöl ist das weltweit am meisten verwendete Fett: es steckt nicht nur in Biodiesel sondern auch in vielen anderen industriell verarbeiteten Produkten – von Lebensmitteln über Kosmetika bis hin zu Reinigungsmitteln.

Palmöl-Inventur
Bislang habe ich zwar einige Petitionen gegen Palmöl unterschrieben, beim Einkauf aber meist nicht so genau auf das Kleingedruckte auf der Rückseite der Packung geachtet. Jetzt aber will ich’s wissen: Wie viele Produkte in meinem Haushalt enthalten Palmöl? Ich mache eine Inventur – und werde leider schnell fündig.

Das Fett steckt in meinem Knuspermüsli, in Keksen, Schokolade, Seife und Handcreme.
Tatsächlich ist die Liste der Lebensmittel, in denen Palmöl verwendet wird, beachtlich. Ihr findet es u.a in Fertiggerichten, Tütensuppen und Chips, in Kosmetikartikeln wie Duschgel, Schampoo, Lippenstiften oder Mascara. Zudem dient es als Grundlage für nahezu alle Wasch- und Reinigungsmittel (gut getarnt als „Tenside“). Je nach Schätzung enthält die Hälfte aller typischen Supermarkt-Produkte Palmöl. Doch warum ist Palmöl so beliebt?

Ein fettes Disaster
Aufgrund seiner chemischen Eigenschaften ist Palmöl vielseitig einsetzbar – außerdem ist es lange haltbar und schmeckt neutral. Im Gegensatz zu anderen Ölpflanzen ist die Ölpalme eine besonders ergiebige Pflanze. Das macht das Fett zu einem vergleichsweise billigen Industrieprodukt.
Doch tatsächlich zahlen wir einen hohen Preis für dieses Schnäppchen. Meist müssen Regenwälder weichen, um Ölpalmen-Plantagen Platz zu machen. Damit schrumpft der Lebensraum für viele bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Häufig werden auch Kleinbauern und indigene Völker enteignet und vertrieben. Brandrodungen und das Entwässern von Torfböden setzen riesige Mengen an Treibhausgasen frei (und befeuern so den Klimawandel). Und schließlich als Sahnehäubchen auf der Torte (ohne Palmöl gebacken!), ist Palmöl auch noch ungesund. Es steht u.a. im Verdacht, an der Entstehung von Krebs und Diabetes beteiligt zu sein. Kurz gesagt: Das Öl ist von A-Z ein Disaster!

Die Macht der Verbraucher
Offensichtlich ist es nicht einfach, Palmöl aus dem Weg gehen. Aber es gibt Alternativen. Einige Unternehmen wie GEPA, Alnatura oder Sodasan verwenden für ihre Produkte Bio-Palmöl. Nicht alle Bio-Palmöl-Produzenten erfüllen die wünschenswerten Kriterien. Aber gerade die kleineren Firmen wie Serendipalm in Ghana und Natural Habitats in Ecuador legen neben dem ökologischen Anbau viel Wert auf faire Arbeitsbedingungen.

Mehr dazu bei Utopia

Außerdem gibt es auch durchaus Produkte, die eben kein Palmöl, sondern stattdessen Raps- und Sonnenblumenöl enthalten. Hersteller wie Sonnentor werben inzwischen ganz offensiv mit Hinweisen wie „Palmöl-Frei“.

Auch hier einige sehr hilfreiche Tipps von Utopia

 

Meine Strategie für die Zukunft…
..ist ein Dreiklang:
1. Ich überdenke meinen Konsum und futter weniger Süßkram und andere palmölhaltige Produkte
2. wenn ich Junkfood, Kosmetik und Reinigungsmittel kaufe, dann ganz bewusst nur Produkte mit bio-zertifiziertem Palmöl oder
3. greife zu Produkten, die das Palmöl mit heimischen Ölen ersetzen

 

About the author

Hi, ich bin Angie alias "die Klimapiratin". Mit 100 kleinen, einfachen Maßnahmen versuche ich meinen ökologischen Fußabdruck innerhalb eines Jahres zu schrumpfen. Gleichzeitig checke ich ab, was in meiner Heimatregion Konstanz im Bereich Nachhaltigkeit alles schon geht.

Begleitet mich dabei und lasst euch inspirieren!

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